In diesem Artikel geht es darum, warum es gerade für Soloselbstständige so wichtig ist, schon frühzeitig mit dem Bloggen zu starten: Immer wieder beobachte ich, dass viele meiner Kund:innen ihr Onlinebusiness in der falschen Reihenfolge aufbauen.
Sie starten mit Social Media, beschäftigen sich erst später mit Mission und Wunschkundin – und entwickeln ihr Angebot oft erst, wenn bereits viel Content produziert wurde. Ein fundiertes Content-Format wie ein Blogartikel oder Podcast entsteht, wenn überhaupt, meist zuletzt.
Strategischer Businessaufbau verläuft jedoch anders. Im ersten Step solltest du dich beim Businessaufbau mit deiner Mission, deiner Wunschkundin und deinem Content-Circle beschäftigen. Ohne dieses Fundament, verlaufen Content und Angebote ins Leere. Wenn das Fundament steht, ist es in erster Linie wichtig, dass du dir vor Social Media ein tiergehendes Content-Format wie Blogartikel oder Podcast suchst.
Erst daraus wird Social Media systematisch abgeleitet.
In diesem Artikel zeige ich dir, warum ein Blog dein strategisches Fundament ist – und warum Sichtbarkeit nicht durch Dauerposting, sondern durch Struktur entsteht.

Warum ist ein Blog beim Aufbau eines Onlinebusiness sinnvoll?
Ein Blogartikel ist beim Aufbau deines Onlinebusiness aus vier zentralen Gründen bedeutsam:
1. Du kannst deine Mission, dein Angebot und deine Haltung tiefgehend darstellen
Ein Blogartikel erlaubt dir, Zusammenhänge vollständig zu erklären. Du solltest klar benennen:
- für wen du arbeitest
- welches Problem du löst
- wie die Zusammenarbeit mit dir aussieht
- welche Veränderung durch dich entsteht
Diese Tiefe und dieser Zusammenhang ist in kurzen Social-Media Formaten kaum möglich.
2. Du wirst über aktive Suche gefunden
Ein Blogartikel wird, wenn er strukturiert und suchmaschinenoptimiert aufgebaut ist, von Suchmaschinen wie Google oder in der KI-Suche gefunden. Wenn deine Wunschkundin bewusst nach einer Lösung für ihre Problem sucht, kann dein Artikel in den Suchergebnissen erscheinen. Du wirst sichtbar, nicht nur durch Zufall, sondern ganz bewusst. Das schafft von Beginn an einen Vertrauensvorschuss.
3. Ein Blogartikel strukturiert dein eigenes Angebot
Viele Selbstständige erklären, dass sie beim Schreiben ihrer Blogartikel ihr Angebot schärfen, neu strukturieren oder ihre Zielgruppe immer wieder überdenken. Der Schreibprozess „zwingt“ dich, deine Argumentation logisch aufbauen und deine Wunschkundin konsequent mitzudenken. Ein Blogartikel unterstützt damit einen strukturierten Businessaufbau – nicht nur deine Sichtbarkeit.
4. Ein Blogartikel ist die Ausgangslage für deinen gesamten Content
Von einem fundierten Artikel aus kannst du weitere Inhalte ableiten: Podcasts Newsletter oder Social Media. Der Blog bildet damit die Ausgangslage für deinen gesamten Content.
Welchen Blogartikel solltest du als Erstes schreiben?
An dieser Stelle ist wichtig: Du bloggst nicht, um zu bloggen. Du bloggst, um dein Business aufzubauen und sichtbar zu werden.
Businessaufbau heißt:
Du hast eine Mission.
Du hast eine klar definierte Wunschkundin.
Du hast ein konkretes Angebot.
Und du willst, dass potenzielle Kundinnen dich finden, zunächst Vertrauen in dein Angebot gewinnen und dein Angebot nutzen.
Natürlich kann es später auch Blogartikel geben, die stärker auf Vertrauen und Persönlichkeit einzahlen – zum Beispiel ein Jahresrückblick. Diese Inhalte sollten aber nicht dein Startpunkt sein, wenn du ein Onlinebusiness aufbauen willst.
Dein erster Artikel wird deshalb selten ein „leichter Einstieg“. Er ist meist der schwierigste.
Er ist dein Cornerstone-Artikel: dein zentraler Grundlagenartikel, auf dem alle weiteren Inhalte aufbauen. Von diesem Artikel aus entwickelst du weitere Beiträge, die einzelne Fragen deiner Wunschkundin vertiefen.
Ein Cornerstone-Artikel beantwortet die Basisfragen deines Businesses an einem Ort:
- Wofür du stehst (Mission)
- Für wen du arbeitest (Wunschkundin)
- Was du anbietest (Angebot)
- Welche konkrete Veränderung durch deine Begleitung entsteht (Transformation)
Dein erster Artikel könnte unter dem Motto stehen:
- Wie ich arbeite und welche Veränderung du durch mich erreichst
- Warum viele bei {dein Thema} falsch ansetzen und was stattdessen funktioniert
- {Dein Thema} verstehen: Problem, Lösung und mein Ansatz
Wichtig: Dieser Artikel muss nicht „alles bis ins letzte Detail“ erklären. Die einzelnen Bereiche deiner Arbeit, Methoden oder Teilaspekte kannst du später in separaten Artikeln behandeln – idealerweise immer entlang einer konkreten Fragestellung, die deine Kundin wirklich hat.
Plane für diesen Artikel Zeit ein. Ein Cornerstone entsteht nicht in einer Stunde. Und er ist nie „fertig“. Er wird überarbeitet, ergänzt und präzisiert – weil sich dein Business weiterentwickelt. Das ist normal und gehört dazu.
Was muss dein erster Blogartikel leisten, damit er über Google und KI-Suche gefunden wird
Grundsätzlich ist dein Cornerstone das Eingangsportal zu deinem Business.
Von hier aus verlinkst du auf zahlreiche weitere Artikel, die nach und nach entstehen.
Ein Cornerstone lebt von den internen Verlinkungen, die du setzt.
In den einzelnen verlinkten Artikeln beantwortest du konkrete Fragen deiner Wunschkundinnen.
Dort arbeitest du Schritt für Schritt deinen Content-Circle ab.
Deshalb solltest du deinen Cornerstone so gestalten, dass er spätere Verlinkungen logisch ermöglicht.
Er bildet den Überblick.
Die Detailfragen folgen in separaten Artikeln.
Grundsätzlich gilt für jeden Blogartikel:
- Klare Einleitung mit präziser Zusammenfassung: Zu Beginn steht eine kurze, sachliche Zusammenfassung des Inhalts. Sie beantwortet in wenigen Sätzen die Kernfragen des Artikels und macht deutlich für wen er gedacht ist. Die Zusammenfassung hilft Lernerinnen bei der Orientierung und ermöglicht es den Suchsystemen, den Inhalt schnell einzuordnen.
- Saubere Struktur mit klarer H1-und H2 Hierarchie
- Leserfreundliche Gestaltung: Kurze Absätze. Klare Aussagen. Gezielte Listen, wo sie sinnvoll sind.
- Fachliche Klarheit und erkennbare Haltung: In Blogartikeln geht es nicht nur um Wissensvermittlung sondern auch um Positionierung und Haltung.
Speziell für Cornerstone-Artikel gilt:
- Themenvollständigkeit statt Oberflächlichkeit: Ein Cornerstone beleuchtet ein Thema ganzheitlich. Er ersetzt keine Detailartikel, schafft aber die inhaltliche Grundlage dafür.
- Strategische interne Verlinkung: Der Cornerstone verweist auf vertiefende Artikel. Dieses Detailartikel greifen einzelne Fragen auf, die im Cornerstone angerissen wurden. So entsteht ein inhaltliches Blogartikel-Netzwerk statt nebeneinander laufender Artikel.
So könnte dein erster Blogartikel strukturiert sein
Um das Prinzip greifbar zu machen, konstruiere ich ein grobes Beispiel für dich, welches du natürlich noch detailliert an dein Business anpassen musst.
Angenommen du bist Ernährungsberaterin und begleitest Frauen mit Hisatminintolaranz, die beruflich viel reisen (konkrete Mission mit Wunschkundin).
Dann könnte ein möglicher erster Cornerstone so aufgebaut sein:
H1: Histaminintoleranz im Business-Alltag – Mein Ansatz für Frauen, die viel reisen
Warum dieser Titel funktioniert:
- Das Thema ist klar benannt: Histaminintoleranz
- Zielgruppe ist klar: Frauen, die viel reisen
- Es wird dein Ansatz angekündigt
Kurze Zusammenfassung am Anfang
In diesem Artikel geht es um die besonderen Herausforderungen von Frauen mit Histaminintoleranz, die beruflich viel reisen. Ich zeige, warum klassische Ernährungsberatung hier oft nicht ausreicht – und wie ein strukturierter, alltagstauglicher Ansatz aussehen kann.
H2: Warum Histaminintoleranz auf Reisen besondere Anforderungen stellt
Hier wird das Problemfeld sauber erklärt und fleißig zu detaillierten Artikeln verlinkt.
H2: Warum ich mich auf viel reisende Frauen spezialisiert habe
Hier kommt deine Mission noch einmal rein. Deine Beobachtung, deine Haltung und deine Lösung, warum Standardlösungen nicht helfen.
H2: Welche Themen ich fokussieren und was sich dadurch für dich mit mir verändern wird
Hier kommt dein Content-Circle ins Spiel. Mit welchen Kompetenzen hilfst du deinen Kund:innen weiter? Ernährungsberatung. Mindset. Umgang mit Stress und Histamin. Im Cornerstone kommen die einzelnen Themen nur als Erwähnung in den Artikel. Du verlinkst dann auf weiterführende Artikel, um ins Detail zu gehen.
Warum ist dein Blog dein strategisches Content-Fundament und kein Zusatzkanal?
Viele meiner Kundinnen berichten, dass sie beim Schreiben ihrer Blogartikel ihr Angebot immer wieder neu hinterfragen, logischer aufbauen und konkretisieren.
Durch das Schreiben von Blogartikeln wird das eigene Business klarer.
Außerdem steht der Blogartikel immer als Ausgangslage für weiteren Content.
Gerade in der Arbeit mit ChatGPT kann ich durch angelegte Projekte aus einem Blogartikel weitere Formate generieren – zum Beispiel einen Podcast, einen Newsletter oder Social-Media-Beiträge.
Ich kann einen Blogartikel nutzen, um ein Thema beispielsweise bei Instagram anzureißen und dann über eingeforderte Kommentare weiterführende Informationen zu liefern.
Interaktion und Kommentare sind für den Algorithmus wichtig und meine Kundinnen bekommen dadurch echten Mehrwert, weil sie nicht nur einen Impuls sehen, sondern eine fundierte Grundlage erhalten.
Ein Blogartikel ist – neben deiner Mission, deiner Wunschkundin und deinem Content-Circle – dein strategisches Fundament.
Von hier aus startet und vernetzt sich dein Onlinebusiness.
Falls dir die Zeit zum Bloggen fehlt, höre zeitweise auf zu posten.
Fokussiere dich auf das Schreiben fundierter Blogartikel und leite anschließend deine anderen Content-Formate daraus ab.
Dadurch wird dein Business strukturierter und sichtbarer – und du sparst langfristig Zeit.